
Was ist ein Kreuzbandriss?
Der Kreuzbandriss (auch Kreuzbandruptur) ist die häufigste Bänderverletzung des Knies und damit eine der häufigsten Knieverletzungen, die ärztlich behandelt werden muss. Die Stabilität des Kniegelenks wird durch zwei zentral im Gelenk über Kreuz verlaufende Bänder – die Kreuzbänder – sichergestellt. Sie verhindern, dass das Schienbein nach vorne bzw. nach hinten aus dem Gelenk gleitet (siehe Abb. 1). Bei einem Kreuzbandriss kommt es zu einem teilweisen oder vollständigen Riss des Kreuzbandes. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist das vordere Kreuzband betroffen – in Deutschland werden jährlich über 40.000 Operationen des vorderen Kreuzbandes durchgeführt. Risse des hinteren Kreuzbandes sind deutlich seltener. Das Verletzungsverhältnis von vorderem zu hinterem Kreuzband liegt in Deutschland bei 14:1. Häufig wird ein Riss des Kreuzbandes jedoch von weiteren Verletzungen von Bändern und Knorpeln des Kniegelenks begleitet.
Warum ist es wichtig, die Symptome zu kennen?
Ursachen des vorderen Kreuzbandrisses (VKR)
Ein Risiko für einen vorderen Kreuzbandriss ist vor allem dann gegeben, wenn die sportliche Aktivität oder andere Tätigkeit mit plötzlichen Richtungswechseln beim Laufen oder Springen verbunden ist. In den meisten Fällen entsteht die Verletzung ohne Fremdeinwirkung. Sportarten mit einem erhöhten Risiko für einen vorderen Kreuzbandriss sind:
- Skifahren (Ski Alpin)
- Tennis, Squash (Stopp-and-Go-Sportarten)
- Fußball, Handball, American Football, Hockey und Eishockey, Basketball
- Eiskunstlauf
Ursachen des hinteren Kreuzbandrisses (HKR)
Risse des hinteren Kreuzbandes sind deutlich seltener als vordere Kreuzbandrisse und kommen meist im Rahmen von komplexen Verletzungen des Kniegelenks vor, die mehrere Strukturen betreffen. Sie sind häufiger in Folge äußerer Krafteinwirkung, z. B. durch Zusammenstöße beim Mannschaftssport oder auch bei Autounfällen. Besonders risikoreich sind daher körperkontaktbetonte Sportarten wie American Football, Fußball oder Handball.
Wie erkennt man einen Kreuzbandriss und wie wird er diagnostiziert?
Symptome erkennen
- Unmittelbar bei der Verletzung: Ein Kreuzbandriss macht sich in der Regel sofort durch einen plötzlichen starken Schmerz und eine spürbare Instabilität im Knie bemerkbar. Manchmal verursacht das Reißen des Kreuzbandes ein hörbares „Plopp“-Geräusch.
- Innerhalb eines Tages: Durch die Verletzung kommt es zu einem Bluterguss im Kniegelenk, der mit Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit des Knies verbunden ist. Das Knie kann meist nicht mehr vollständig durchgesteckt werden, gleichzeitig bleibt die Instabilität, insbesondere bei Drehbewegungen und schnellem Abbremsen erhalten.
- Langfristig: Das Gelenk bleibt auch nach Abklingen der akuten Symptome instabil (Giving-way-Syndrom).

Diagnostische Maßnahmen beim Kreuzbandriss
Neben der Schilderung des Unfallhergangs sind Gelenkinstabilität und Bluterguss Leitsymptome des Kreuzbandrisses.
- Klinische Diagnostik: Der Grad und die Richtung der Instabilität lässt sich u. a. mittels Schubladen- oder Lachmann-Test ermitteln. Sie lassen Rückschlüsse darauf zu, ob das vordere oder hintere Kreuzband gerissen ist. Dabei wird verglichen, wie weit der Unterschenkel bei gebeugtem Knie nach vorne bzw. hinten verschoben werden kann.
- Bildgebende Verfahren: Zur weiteren Abklärung wird häufig eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Sie ermöglicht eine präzise Darstellung der beteiligten Strukturen des Knies mit Bändern, Knorpeln, Menisken und Muskeln und ermöglicht so auch die Diagnose von Begleitverletzungen z. B. Meniskusriss.
- Weitere Diagnostik: Ein weiteres relevantes Verfahren ist die Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Sie kann minimal-invasiv durchgeführt werden und sowohl diagnostisch als auch therapeutisch genutzt werden (z. B. Refixation des gerissenen Kreuzbandes, siehe Therapieoptionen).
Differenzialdiagnosen
Im Rahmen der Diagnose sollte ein Kreuzbandriss von anderen Verletzungen des Knies abgegrenzt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass ein Kreuzbandriss häufig mit Verletzungen anderer Bänder und/oder des Meniskus einhergeht (Begleitverletzungen).
Wichtige Differenzialdiagnose:
- Zerrung des Kniegelenks
- Verletzung des Außen- oder Innenbandes
- Meniskusriss
Unterschiede zwischen Kreuzbandriss und Muskelfaserriss
Sowohl bei einem Kreuzbandriss als auch bei einem Muskelfaserriss kommt es infolge einer Überlastung zu einem Reißen der jeweiligen Struktur (Band bzw. Muskel), die mit einem starken plötzlichen Schmerz und der Entstehung eines Blutergusses einhergeht. Während ein Kreuzbandriss zu einer Gelenkinstabilität führt, macht sich der Muskelfaserriss durch Kraftverlust, Bewegungseinschränkung und manchmal eine sichtbare Delle bemerkbar. Da Muskeln stärker von Blutgefäßen durchdrungen sind, heilt ein Muskelfaserriss meist schneller als eine Bänderverletzung.
Kreuzband gerissen? Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es
Ein gerissenes Kreuzband sollte in jedem Fall therapeutisch behandelt werden, um eine dauerhafte Instabilität des Gelenks (Giving-way-Syndrom) und weitere Spätfolgen zu vermeiden.
Medikamentöse Behandlungen
Unmittelbar nach der Verletzung steht die Schmerzlinderung sowie die Reduktion der Schwellung und die Wiederherstellung der Beweglichkeit des Gelenks im Vordergrund. Dabei kommen neben Schonung und Kühlung auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (z. B. nicht-steroidale Antirheumatika; NSAR) zum Einsatz.
Klassische konservative Therapien: Physiotherapie und Übungen
Nach dem Abklingen der akuten Beschwerden liegt der Fokus darauf, andere Strukturen zu stärken, die die Stabilität des Knies verbessern. Durch gezieltes Training der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur kann die Beinachse stabilisiert werden, wobei zunächst häufig eine Schienung des Kniegelenks die notwenige Stabilität gewährleistet. Durch Koordinations- und Gleichgewichtsübungen können ungünstige Belastungen des Knies vermieden werden.
Operative Optionen und moderne Therapien
Nicht jeder Kreuzbandriss muss operativ behandelt werden. Es gibt jedoch Gründe, die für eine Operation sprechen:
- Junge, sportlich aktive Patient:innen
- Komplexe Knie- oder Kniebandverletzung
- Starke oder anhaltende Instabilität des Gelenks
Heute wird ein Kreuzbandriss in der Regel minimal-invasiv operiert. Soll kreuzbanderhaltend operiert werden, muss die Operation innerhalb von wenigen Wochen nach der Schädigung durchgeführt werden. Eine Rekonstruktion des Kreuzbandes kann auch Monate nach dem Unfall stattfinden. Dabei werden die Reste des gerissenen Bandes vollständig entfernt und die Funktion des Bandes durch ein Transplantat möglichst vollständig wiederhergestellt. Zum Einsatz kommen vor allem körpereigene Transplantate (z. B. Semitendinosussehne aus der Oberschenkelrückseite, die Kniescheibensehne oder die Quadrizepssehne aus der Oberschenkelvorderseite), aber auch körperfremde Transplantate (Allotransplantation) aus den gleichen Strukturen von verstorbenen Spender:innen.
Behandlung mit der ACP-Therapie
Bei der ACP-Therapie (Autologes Conditioniertes Plasma) handelt es sich um eine Eigenbluttherapie, bei der entnommenes Blut der/des Patient:in aufbereitet und in das geschädigte Kniegelenk injiziert wird. Die darin angereicherten natürlichen Wachstumsfaktoren unterstützen die Heilung und Regeneration und wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die ACP-Therapie kann sowohl im Rahmen einer konservativen Behandlung als auch zur Förderung der Rehabilitation nach einer Operation angewendet werden.
Weitere Informationen zur ACP-Therapie

Überlastung vermeiden und die Heilung eines Kreuzbandrisses fördern
Vermeidung von Kreuzbandrissen
Eine ausgeglichene, reaktionsschnelle und starke Muskulatur von Beinen und Rumpf ist ein entscheidender Faktor für die Vorbeugung von Kreuzbandrissen. Entsprechendes Krafttraining und Gleichgewichtsübungen z. B. mit einem Balance Board können dazu beitragen Kreuzbandrisse zu vermeiden. Weiterhin hat sich gezeigt, dass konsequentes Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten das Risiko für Kreuzbandrisse reduziert.
Wichtige Dehnungs- und Kräftigungsübungen nach einem Kreuzbandriss
Nach einer Operation darf das betroffene Knie mehrere Wochen lang nicht voll belastet werden. Eine Schiene sorgt für Schutz und Stabilität. Dann kann mit der physiotherapeutischen Rehabilitation begonnen werden.
Wichtige Übungen:
- Beugen und Strecken des Beines (ggf. Faszientraining)
- Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur (Beinpresse, Kniebeugen)
- Gleichgewichts- und Koordinationstraining
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert es, bis der Kreuzbandriss geheilt ist?
Bei konservativer Behandlung dauert es mehrere Wochen bis einige Monate, bis die Beschwerden abklingen. Nach einer Operation muss mit einer Heilungsphase von 6–12 Monaten gerechnet werden.
Wie wird ein Kreuzbandriss behandelt?
- Medikamentöse Schmerzlinderung
- Konservative Behandlung mit Physiotherapie
- Operation
- ACP-Therapie
Was sind die typischen Symptome bei einem gerissenen Kreuzband?
- Schmerzen
- Instabilität des Kniegelenks
- Schwellung und Bluterguss im Gelenk
Welche Aktivitäten können einen Kreuzbandriss verursachen?
- Rasche Richtungswechsel und Drehbewegungen (z. B. Ski Alpin)
- Stopp-and-Go-Aktivtäten (z. B. Tennis) und Sprunglandungen (z. B. Eiskunstlauf)
- Mannschaftssportarten ggf. mit Fremdeinwirkung (Fußball, Handball)
Wie erfolgt die Diagnose eines Kreuzbandrisses?
- Klinische Beurteilung (z. B. Schubladen- oder Lachmann-Test)
- Bildgebende Verfahren (MRT)
- Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
Wie kann ich einem Kreuzbandriss vorbeugen?
- Risikosportarten vermeiden
- Ausgeglichene gute Kräftigung der Bein- und Rumpfmuskulatur
- Koordinations- und Balance-Training
- Aufwärmen vor sportlicher Aktivität
Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie mit ACP bei der Behandlung von verschiedenen Erkrankungen und Verletzungen, vor allem bei Arthrose, Sportverletzungen und Rückenschmerzen, wodurch sie sich als eine sehr effektive und natürliche Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden etabliert hat:
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